
Der Königliche Palast von Brüssel ist eines der schönsten offiziellen Gebäude der Hauptstadt.
Der Königliche Palast befindet sich gegenüber dem Palast der Nationen, am anderen Ende des Königlichen Parks, und symbolisiert in gewisser Weise unser Staatssystem, die konstitutionelle Monarchie.
Der Palast ist somit der Ort, wo der König seine Privilegien eines Staatsoberhauptes ausübt. Im Palast gewährt der König seine Audienzen und dort werden auch die Staatsangelegenheiten behandelt.
Außer dem Arbeitszimmer des Königs und der Königin befinden sich im Königlichen Palast die Dienste des Kabinettschefs des Königs, des Intendanten der Zivilliste des Königs, des Leiters des Militärhauses des Königs, des Protokollchefs des Hofes, des Leiters des Ressorts für internationale Beziehungen und des Leiter des Ressorts für Gesuche und Soziales.
Zudem verfügt der Palast über so genannte Salons d'apparat (Prunksalons), wo die großen Empfänge veranstaltet werden, sowie über Appartements, die ausländischen Staatsoberhäuptern bei Staatsbesuchen zur Verfügung gestellt werden.
Auf Betreiben der Königin und dank der Intervention der Gebäudeverwaltung wurden drei zeitgenössische Kunstwerke im Oktober 2002 im Brüsseler Palais eingerichtet.
In gemeinsamer Beratung mit einem Sachverständigenbeirat wurden folgende drei Werke ausgewählt:
Die Saaldecke und der Leuchter in der Mitte des Spiegelsaals, dessen Bau wegen des Todes Leopolds II. zeitweise unterbrochen werden musste, wurden mit 1,4 Millionen thailändischen Skarabäenpanzern bedeckt. Sie reflektieren das Licht auf eine fabelhafte und lebendige Weise. Jan Fabre und sein Team aus 29 Künstlern brauchten drei Monate Zeit, um diese Geduldsarbeit zu vollenden. © Dirk Pauwels
In der schlichten Eingangshalle, die zum Arbeitszimmer des Königs führt, sind die sieben Gemälde von Marthe Wéry eine Quelle der Reinheit und der Klarheit, die auch das von außen einfallende Licht reflektieren. © Dirk Pauwels
In den um die Ehrentreppe herum angeordneten Sälen prangen mit der Feierlichkeit damaliger Zeiten zwei lebensgroße Porträts von König Albert II. und von Königin Paola. Auf dem Hintergrund sind die Schlossgärten von Laken und Brüssel zu sehen. Vier andere Fotos, die Details der Salons des Königlichen Palastes wiedergeben, runden das Ganze ab. © Dirk Braeckman
2004 wurde ein viertes Kunstwerk im Empiresaal des Königlichen Palastes enthüllt.

Im Empiresaal befinden sich elf goldgelbe Töpfe. Jeder von ihnen enthält Erde aus einer anderen belgischen Provinz. Die darin wachsenden Blumen erzählen in allen Sprachen der Welt die Geschichte der Erde, in der sie wurzeln. Ihre Erzählungen lassen unsere Seele erblühen. © Johan Jacobs
Seit 1965 ist der Königliche Palast von Brüssel jährlich der Öffentlichkeit zugänglich, so dass jeder diese von einer reichen Geschichte geprägten prunkvollen Salons bewundern kann. Möglich sind solche Besuche im Sommer, nach dem Nationalfeiertag des 21. Juli, bis Anfang September.
Dieser majestätische Raum mit seinen imposanten Proportionen wurde von Alphonse Balat für König Leopold II. entworfen. Die hell getönten Wände und die Steinsäulen, der weiße Marmor der weit ausladenden Treppe, der grüne Marmor des Geländers, die Goldverzierungen, die Spiegel und die großen Glasfenster, die marmorne Minerva tragen zur Harmonie des Ganzen bei.
Dieser Salon verdankt seinen Namen den Wandteppichen La Danse und Colin-maillard, die in Madrid nach einer Vorlage von Francisco de Goya gewebt und König Leopold I. von Königin Isabelle II. von Spanien zum Geschenk gemacht wurden.
Den Kleinen weißen Salon, möbliert mit Empire-Stühlen, einem Hochzeitsgeschenk des König der Franzosen Louis-Philippe an seine Tochter Louise-Marie und an König Leopold I., zieren Porträts der Königin Marie-Louise und ihrer Eltern, König Louis-Philippe und Marie-Amélie de Bourbon.
Unter König Wilhelm I. der Niederlande (1814-1830) als Audienz-Salon der Königin erbauter Salon. Die heutige Dekoration wurde in den 1930er Jahren verwirklicht, als Konsolidierungsarbeiten zwingend notwendig wurden.
Die Vase, die dem Raum ihren Namen gibt, wurde im vergangenen Jahrhundert durch die Berliner Porzellanmanufaktur angefertigt. Ein Gemälde von E. De Biefve stellt den Empfang von König Leopold I. bei dem am 22. Juli 1831 anlässlich seiner Eidesleistung gefeierten Te Deum dar.
In diesem Salon, der zum ältesten Teil des Palastes gehört, ist die auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurückgehende Dekoration (besonders die Grotesken italienischer Inspiration) gut erhalten. Das Empire-Mobiliar, ein Hochzeitsgeschenk des König der Franzosen Louis-Philippe an seine Tochter Louise-Marie und König Leopold I., besitzt noch seine Originalpolsterbezüge aus Beauvais-Gobelin.
Von König Wilhelm I. der Niederlande (1814-1830) als Kunstgalerie erbaut: Dort wurden bemerkenswerte Geschenke und Kunstgegenstände ausgestellt. Die ‚Gemäldegalerie' behielt diese Funktion während der Herrschaft von König Leopold I. und König Leopold II.
In den 1930er Jahren erhielt der Saal eine neue Bestimmung als Musik- und Vorführungssaal. Der in einem Pariser Atelier gewebte Wandteppich stammt aus dem 17. Jahrhundert und stellt den Triumph des Ruhmes dar.
Dieser unter der Herrschaft von König Leopold II. erbaute Saal zeigt in seiner Mitte vier Basreliefs von Auguste Rodin. Zusammen stellen sie acht Wirtschaftstätigkeiten der belgischen Provinzen dar, ausgenommen Brabant die den Palast auf ihrem Gebiet hat. Schelde und Maas, Symbole Flanderns und Walloniens, verwirklicht durch Thomas Vinçotte, zieren die Fläche über den Türen. Das Parkett aus Eiche und exotischem Holz, die Bronzekronleuchter und Goldverzierungen verleihen dem Thronsaal einen monumentalen und glanzvollen Charakter.
Dieser Prunksaal, der sich ideal für die Veranstaltung großer Diners und Empfänge eignet, wurde unter der Herrschaft von König Leopold II. erbaut und ist mit Ende des 19. Jahrhunderts gefertigtem Mobiliar ausgestattet. Die Deckengemälde, von Louvre und Versailles inspirierte Werke von Léon-Charles Cardon, stellen die Morgenröte, den Morgen, den Tag und die Abenddämmerung dar.
Dieser Saal, dessen Bau unter der Herrschaft von König Leopold II. begonnen wurde, erinnert an den Kongo. Die Wände zieren Marmor und Kupfer. König Albert I. ließ die Arbeiten vollenden, indem er Spiegel an den Wänden anbringen ließ, die ursprünglich für an Afrika erinnernde allegorische Szenen vorgesehen waren.
In 2002 ist die Saaldecke mit Skarabäenpanzer bedeckt worden, ein Projekt des Künstlers Jan Fabre.
Dieser Salon, ursprünglich ein Vorzimmer, wurde anschließend das Esszimmer der Würdenträger des Hofes, woran der Tisch erinnert. (Bei der Öffnung des Palastes für das Publikum wird dieser Tisch mit Tellern, Gläsern und Bestecken aus der Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts gedeckt). Der Blaue Salon umfasst eine große Zahl von Königs- und Prinzenporträts.
Dieser Salon, ursprünglich der Audienzsalon von König Wilhelm I. der Niederlande, führt zum Thronsaal und beherbergt einige interessante Porträts, besonders dasjenige von Prinz Philippe, Graf von Flandern und Vater von König Albert I., und ein Porträt von Erzherzog Maximilian von Österreich.